Mach dich auf den Weg! Vom Raucher zum Nichtraucher...


 






Wenn ich mir so manch einen Ratgeber zum Thema „Nichtraucher werden“ ansehe, bekomme ich Gänsehaut. Da ist zum Beispiel zu lesen: „Verbannen Sie sämtliche Rauchutensilien!“ Oder auch: „Weihen Sie Freunde in Ihren Plan ein!“ Interessant ist auch der Tipp: „Rituale ersetzen das Rauchen! Essen Sie anstelle einer Zigarette einen Apfel!“ 


Apfel statt Zigarette???  Na, dann mal guten Appetit!

Also, für mich wären das damals ca. 25-30 Äpfel pro Tag gewesen! 

Wenn man diese oder ähnliche Ratschläge so liest, könnte man meinen, dass rauchfrei werden bedeutet, sich auf einen Kampf vorzubereiten, einen Kampf gegen sich selbst ohne Rücksicht auf Verluste. Aber was für ein Blödsinn! 


Rauchfrei zu werden ist ein Gewinn!

Warum bitte sollten alle Rauchutensilien verbannt werden? Es ist so unendlich leicht, sich innerhalb von Minuten neue zu beschaffen. Was bitte sollen Freunde ausrichten, wenn es um sich selbst geht? Mut machen? Oder vielleicht sogar trösten?

Wozu denn bitte?

Raucher haben gegenüber Nichtrauchern einen gewaltigen Vorteil und rückblickend ist dieser Vorteil für mich insgeheim beneidenswert. 


Ein Raucher kann sich innerhalb von kurzer Zeit mehr Lebensqualität schenken.
Er kann seinen Geschmacksinn entfalten, seine Kondition erhöhen, seinen Geruchsinn verfeinern, das Schlafbedürfnis senken, die allgemeine Leistungsfähigkeit erhöhen, seinen Geldbeutel füllen und vor allem eins: Selbstbestimmung gewinnen!

Und um das zu tun, muss er nichts tun! Gar nichts!
Doch: Eine einzige Sache:
Die nächste Zigarette nicht rauchen. Mehr nicht.

Es ist so simpel. Und wohl deshalb so kompliziert.
Für manch einen Raucher vielleicht zu simpel, um wahr zu sein.

Der Körper braucht kein Nikotin. Kein Körper! Auch deiner nicht!

Körperliche Entzugssymptome sind vergleichsweise sehr gering. Warum sollte man sich daher ein teures Nikotinpflaster auf den Körper kleben? Das beste Mittel aus medizinischer Sicht gegenüber diesen Entzugssymptomen ist schlicht und einfach: Wasser.
Ja, Wasser trinken unterstützt die Entgiftung des Körpers und lindert eventuelle anfängliche Kopfschmerzen. Der Körper braucht kein Nikotin und wird schnell dankbar sein, sich nicht mehr gegen die Giftstoffe der Zigarette zur Wehr setzen zu müssen.

Zugegeben, Nikotin ist genial!  Mit Nikotin geht alles besser! Die neuronalen Bahnen eines Rauchers haben für jedes Ereignis eine Antwort: Die Zigarette! Sie formen sozusagen das Gehirn zu einer Einbahnstraße. Ob es darum geht, sich zu entspannen oder sich zu konzentrieren. Ob es darum geht, sich abzulenken oder sich zu fokussieren. Vor der Arbeit, nach dem Sex….die Zigarette ist eine Allrounder! Wenn sie nicht so krankmachend und teuer wäre und vor allem:

Der Mensch ist so facettenreich und kreativ. Wer zur Zigarette greift, legt sich eigentlich selbst lahm, verhindert es, eigene Lösungen zu finden, beraubt sich seiner eigenen, angeborenen Kreativität.

Alles, was zu tun ist, ist, sich auf den Weg zu machen…ganz bewusst…ohne irgendwelche äußeren Hilfsmittel und vor allem: freiwillig! 


Alles was du brauchst, hast du schon in dir! Die einzige Frage, die du dir manches Mal stellen musst: 


„Will ich diese nächste Zigarette rauchen, mit allen damit verbundenen Konsequenzen oder werde ich selbst kreativ sein?“

Diese Frage wird anfänglich natürlich sehr oft aufkommen. Und das ist auch gut so! Denn immer, wenn du es dir wieder erlaubt hast, selbst kreativ zu sein, kannst du Schritt für Schritt Veränderungen wahrnehmen. Anfänglich dauert es länger, Alternativen zu finden und die Abstände sind sehr kurz. 

Aber je mehr sich deine Einbahnstraße im Gehirn zu einer vielfältigen Straßennetz ausgeweitet hat, desto länger werden diese Abstände.

Nach fast 20 rauchfreien Jahren geht es mir manchmal immer noch so. In der vergangenen Woche saß ich in Steinhude am Steg in der Abendsonne. Und dann blitzte es durch meinen Kopf: „Jetzt eine Zigarette…“

Dann sage ich mir leise und wohlwollend: „Nein! Nicht für diesen Preis!"




Veröffentlicht in Nichtraucher am 24.06.2018 17:27 Uhr.

Angst als Chance betrachten

Über den gesunden Umgang mit einem unangenehmen Gefühl....




Zunächst einmal: Angst ist eine natürliche Reaktion jedes Lebewesens. Und nicht nur das! Ohne sie wären wir nicht lebensfähig. 
Sie schützt uns davor, uns Gefahren auszusetzen, die wir nicht bewätigen können. So vermeiden wir bewusst und sehr oft auch unbewusst Situationen, die uns in irgendeiner Weise gefährlich werden können.

Angst schützt.

Und solange Sie als Schutz wahrgenommen wird, solange sie uns immer wieder an unsere Grenzen bringt und wir die Wahl haben, die eine oder andere Grenze zu überschreiten, solange sie wir ihr auf Augenhöhe begegnen können, solange ist sie ein gesunder und wichtiger Bestandteil unseres Lebens, 
sie ist der Motor für unsere Weiterentwicklung.

Was aber, wenn die Angst sozusagen "aus dem Ruder läuft" und daran hindert, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten?
Was, wenn sie ausbremst oder sogar lähmt?
Wenn Angst so stark wird, dass sie unser Verhalten,  unser Denken bestimmt, spätestens dann stellt sich die Frage: Was kann ich tun?

Ich möchte Ihnen beschreiben, wie es Ihnen in 4 Schritten gelingen kann, Angst als Chance zu betrachten, denn

"Nichts ist beglückender, als Angst in Mut zu verwandeln."


Schritt 1:
Machen Sie Angst zu Ihrem Verbündeten!
Sie fragen sich vielleicht nun: "Moment mal, ich will sie doch los werden. Warum soll sie dann mein Verbündeter werden?"
Angst ist kein Feind, der besiegt werden muss. Vielmehr ist sie eine Instanz in uns, die uns deutlich machen will, dass wir uns mit einer bestimmten Angelegenheit auseinander setzen sollen. Sie verhindert somit, dass wir "achtlos" durchs Leben gehen, sondern sie macht und deutlich, dass wir irgendetwas ins Gleichgewicht bringen müssen. Wenn wir aber dagegen ankämpfen, vergrößert sich das Ungleichgewicht.

Eine Angst gegen die man ankämpft oder der man ausweicht, wird größer.

Wer Angst als Verbündeten betrachtet, macht zwei Dinge:
Sich selbst wertschätzen, mit allem, was zu mir gehört und die Basis zu schaffen, sie in Mut zu verwandeln.


Schritt 2:
Forschen Sie nach den Ursachen!
Setzen Sie sich aktiv mit ihr auseinander. Gab es einen konkreten Auslöser oder hat sie sich langsam eingeschlichen? Gehen Sie vielleicht davon aus, dass es sich um einen unbewussten Auslöser handeln könnte oder kennen Sie ihn eigentlich schon? Wie haben Sie sich anfänglich verhalten und wie hat es sich weiterentwickelt? Und stellen Sie sich auch die Frage, wie diese wachsen konnte. Indem sie versuchen, ihre Angst zu hinterfragen, beginnen Sie bereits, ihr auf Augenhöhe zu begegnen. Sie werden zum Akteur.

Wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie Einfluss darauf genommen haben, dass Ihre Angst wachsen konnte, wird Ihnen klar:
"Ich kann ebenso Einfluss darauf nehmen, dass sie kleiner wird!"


Schritt 3:
Reaktivieren Sie Ihr "persönliches Abwehrsystem"
Setzen Sie sich gedanklich mit einer konkreten Situation auseinander, in der Sie Angst empfinden.
Und nun werden Sie kreativ! Machen Sie sich deutlich, welche Eigenschaften, Fähigkeiten in dieser Situation hilfreich wären. Je nach Situation kann dieses beispielsweise "Gelassenheit", "Selbstsicherheit", "Mut", "Humor" oder etwas anderes sein. Und wenn Sie`s mal genau überlegen: All diese Eigenschaften mag Angst überhaupt nicht. Vor allem:

Angst mag keinen Humor! Angst möchte schließlich ernst genommen werden!

Nachdem Sie nun überlegt haben, was Ihnen genau helfen könnte, stellen Sie sich Situationen Ihres Lebens vor, in welchen Sie genau diese Eigenschaften unter Beweis gestellt haben. Und auch, wenn Sie vielleicht länger überlegen müssen...Ja, es gibt diese Situationen und dabei spielt es keine Rolle, ob diese lange zurückliegen oder aktuell sind.

Machen Sie sich deutlich, dass Sie Ihre gewünschte Eigenschaft bereits in sich tragen!


Schritt 4:
Erkennen Sie bereits kleine Fortschritte

Geben Sie sich Zeit, für den Aufbau Ihres "seelischen Grundgerüsts" und machen Sie sich bereits kleine Erfolge deutlich. Und wenn Sie Gefallen daran finden, dann setzen Sie sich bewusst Situationen aus, die Unruhen auslösen und nehmen Sie Ihre zuvor reaktivierten Eigenschaften als Puffer mit.



Lassen Sie Schritt für Schritt Ihren Mut wachsen...
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Nachforschen und Ausprobieren. Und wenn Sie mir schreiben wollen, wie es Ihnen ergangen ist, freue ich mich!


Veröffentlicht in Angst am 07.01.2018 13:38 Uhr.

In der Ruhe liegt... ja was liegt da eigentlich?

Über den Umgang mit "Zeit"


"Ruhe zieht das Leben an, Unruhe verscheucht es." Dieses Zitat von Gottfried Keller steht im Monat Dezember in meinem Kalender.


Mmmm, ...wie passt dieses Zitat in unsere Schnelllebigkeit? Wie kann es gelingen, verantwortungsvoll mit der Zeit umzugehen?

Was ist eigentlich Zeit? Wir alle reden davon, Zeit zu "haben". Und wenn wir uns "gestresst" fühlen, dann reden wir davon, eben keine zu haben...
Aber ist Zeit wirklich etwas, das man hat, das man verbraucht?

Wer mit dieser Haltung durch das Leben geht, für den gleicht die Zeit dem Sand in der Sanduhr...für den ist Zeit etwas, das stetig versiegt.
Wer so lebt, ist ständig darauf bedacht, möglichst viel zu machen, viel zu schaffen, eben keine Zeit zu verlieren.

Dieses Zeitverständnis treibt zur Schnelligkeit an und vor allem: Es treibt Langsamkeit und Ruhe aus.

Nein, Zeit ist nicht etwas, was wir haben, sondern sie ist für uns da, wenn wir sie uns nehmen. Und nur dann!

Wer Zeit braucht, verbraucht sie nicht.

Im Gegenteil:

Wer sich Zeit nimmt, der hat sie. Und wer sich keine Zeit lässt, der hat auch keine. Wer es versäumt, sich Zeit zu nehmen, geht leer aus.


Veröffentlicht in Zeit am 07.12.2017 19:18 Uhr.

Advent, Advent...

... eine perfekte Zeit, sich in Gelassenheit zu üben...

Ja, bald ist es wieder soweit...wir treffen wieder zunehmend auf Menschen, die sich im "Weihnachtsfieber" befinden. Der Alltag wird mehr und mehr geprägt durch Fragen wie beispielsweise: Was verschenke ich bloß? Wie durchforste ich meine ohnehin überfüllte to-do-Liste? Vor allem: Wie erfülle ich in dieser Zeit die Erwartungen der anderen? Und: Wo bleibe ich selbst dabei? Ja, wie - um Himmels Willen - kann es dann auch mal gelingen, etwas Ruhe in diesen Trubel zu bringen?

Meine Tipps sollen einstimmen auf die kommende Adventszeit und dabei Mut zur Gelassenheit machen...vielleicht sogar über diese Zeit hinaus...



Geschenke frühzeitig vorbereiten:

Was interessiert mich die Ladenöffnungszeit am sonntäglichen Heiligabend, wenn ich mir bereits JETZT Gedanken über die Geschenke mache? Was ist, wenn ich mir vornehme, bereits bis zum 3. Advent alle Geschenke gefunden zu haben? Auf diese Weise kann man sich direkt selbst beschenken, nämlich damit, dem zuhehmenden Weihnachtsrummel in den Geschäften und Internet-Portalen zu entgehen.

Zeit planen:
Fast überall werden aktuell feierliche Veranstaltungen vorbereitet. Doch welche dieser Veranstaltungen sind mir wirklich bedeutsam und welche gehören eher in die Kathegorie "Pflichtveranstaltung"? Vielleicht ist es ja gar nicht wirklich nötig, an all diesen Veranstaltungen teilzunehmen? Und was hält mich eigentlich davon ab, den einen oder anderen Termin abzusagen? Die möglicherweise damit "gewonnene Zeit" eignet sich besonders dazu, in "Zeit für mich" zu verwandeln!

Mut zur Lücke:
Wie wäre es beispielsweise, auch in der Art und Weise der Weihnachtsdekoration "achtsam" zu sein und anstelle von üppiger Gestaltung nur mit besonders lieb gewonnenen bzw. bedeutsamen Einzelstücken zu dekorieren? Und was hält mich davon ab, mich im Freundes - und Familienkreis in Bezug auf die Menge der Geschenke neu abzusprechen? Denn meiner Überzeugung nach ist insbesondere bei Geschenken "weniger sehr oft sehr viel mehr"...

Eigentlich ist doch die Adventszeit eine wunderbare Gelegenheit, sich in Gelassenheit zu üben. Der Wunsch, diese Tage möglichst perfekt zu gestalten, widerspricht sich ohnehin mit der Sehnsucht nach BeSINNlichkeit.

In diesem Sinne wünsche ich eine wunderschöne Adventszeit...


Veröffentlicht in Allgemein am 20.11.2017 18:32 Uhr.